Dienstag, 12. November 2019

Die Angst-Augen der Osterinsel: Ökologische Katastrophe und Zen-Buddhismus


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Die weit aufgerissene Augen der riesigen menschlichen Steinfiguren auf der einsamen Osterinsel sind Angst-Augen. Überall auf der Welt erzeugen die Augen Angst, wenn das Weiße rund um das Dunkle zu sehen ist. Wovor hatten die Einwohner dieser einst so blühenden Insel Angst und Panik? Die Figuren starren die Bewohner an und wenden Ihren Rücken der See zu, von der ihre Vorfahren vor etwa eintausend Jahren kamen. Was ist das furchtbare Geheimnis dieser Angst-Augen? ?

Neue Forschungen beweisen, dass die Insel durch See fahrende Polynesier besiedelt wurden. Wegen der guten Fruchtbarkeit der Böden, dem Fisch-Reichtum und der großen üppigen Wälder vermehrte sich die Bevölkerung in den folgenden Jahrhunderten auf fast zwanzig Tausend Einwohner.

Als Kapitän James Cook jedoch im Jahre 1774 dort landete, schrieb er in sein Logbuch, dass er noch nie so elende Menschen gesehen habe. Hier hatte sich eine furchtbare ökologische und menschliche Tragödie bis zur der Ankunft der Europäer ereignet. Cook schreibt:

"Die Natur hat diese Insel kaum mit irgendetwas ausgestattet, was für den Menschen zu essen oder zu trinken gut sein könnte". 

Die Wälder wurden abgeholzt und der Boden ausgebeutet. Der dauernde Wind erodierte den Boden immer mehr. Um überirdische Kräfte für die Hilfe der Menschen zu aktivieren, wurden in größter Not und mit gewaltigem Aufwand die riesigen Stein-Figuren erarbeitet und über viele Kilometer an die Küste transportiert. Für den weiten und schwierigen Transport der Tonnen-schweren Figuren wurde sehr viel Holz verbraucht. Aber geholfen hat es nicht. Durch grausame Bürgerkriege und den Zerfall der Gesellschaft wurde die Bevölkerung drastisch dezimiert, vermutlich etwa auf ein Zehntel in der Blütezeit der Insel. Die Nahrungsmittel waren viel zu knapp und ohne Holz gab es keine Kanus für den Fischfang. Es ist nachgewiesen, dass die Menschen sogar zu Kannibalen wurden.

Wie die Gehirnforschung nachgewiesen hat, vermindert andauernde Angst die menschliche Vernunft, Empathie, Planungs-Kapazität, Moral, soziale Intelligenz und Kreativität ganz erheblich. Das wird im Gehirn maßgeblich durch die Aktivierung des sog. Mandelkerns bewirkt. Die Menschen vegetieren dann meist in einem primitiven "Tier-Modus", den es nicht einmal bei Tieren gibt. Und genau das passt zu den Angst-Augen. Die ökologische Katastrophe und der Angst-Modus führten dann zum unaufhörlichen Niedergang der Gesellschaft.

Wie könnte nun der Zen-Buddhismus den Niedergang verhindern und den Menschen ein gutes Leben ermöglichen?

Die Zen-Meditation kann Stress und Angst signifikant vermindern. Das gemeinsame stressfreie Handeln im Hier und Jetzt, Flow, kann den Ertrag an Nahrungsmitteln nachhaltig verbessern. Besonders wichtig ist der sorgsame und schonende Umgang mit der Natur, hier also das Gleichgewicht von Wald, Anbaufläche und Düngung. Vor allem brauchen die Menschen in Notsituationen Klarheit, um die wirklichen Probleme zu erkennen und sie brauchen Kreativität, um die Probleme wirklich zu lösen und den Alltag gut zu gestalten. Außerdem geht es um das Gleichgewicht und die Wechselwirkung von spirituellem und praktischem Handeln

Buddha nannte das: "Gemeinsames Entstehen in Wechselwirkung": daher geht es je nach der konkreten Situation um aktives Gestalten oder kluges Geschehen-Lassen bei guter sozialer Vernetzung. Also das Heilsame aktiv gestalten und das Unheilsame unterlassen. Dogmatische Extreme führen ins Unglück und Leiden, richtig ist dagegen der Mittlere Weg. Das Drama auf der Osterinsel hat sich besonders durch den Niedergang der Ethik und den Zerfall der menschlichen Ordnung immer mehr beschleunigt: bis zum Kannibalismus. Weder Angst, Dogmatismus, Leichtsinn noch Hass und Gier konnten von den Menschen gesteuert und kontrolliert werden.

Machen wir es besser mit unseren Planeten Erde! Von Außer-Irdischen werden wir keine Hilfe bekommen. Wir müssen selbst achtsam sein, vernünftig denken und planen, nachhaltig mit unseren begrenzten Ressourcen umgehen und tatkräftig gemeinsam handeln.


Freitag, 1. November 2019

Buddha und der Kampf-Modus auf den Straßen


Ein Mitarbeiter des "Gelber Engels" beklagt seit 2014 zunehmend bei Pannen und Unfällen: "Eine solche Härte habe ich noch nie erlebt". Wie kann man mit solcher menschlichen Härte und Unduldsamkeit gegenüber den wahren Helfern umgehen?

Der ADAC bietet daher bestimmte Kurse für Konflikte im Straßenverkehr an. Was wird dort gelernt? Aktives Zuhören, Empathie, De-Eskalations-Techniken in der Kommunikation und die Besänftigung verärgerter Mitglieder. Und offensichtlich besonders wichtig: Souveräner Umgang mit einem Senior, der meint alles bereits zu wissen. Oder muss man sagen "Alles besser zu wissen als die gelben Engel" und dadurch in Wirklichkeit die effiziente Hilfe massiv behindert?

Viele Autofahrer sind im "Kampfpilot-Modus" unterwegs, so der ADAC. Aber irgendwann kommt gegenüber den Helfern dann doch der Satz: "Wissen Sie, das geht gar nicht gegen Sie..."

Was ist nun der Kampf-Modus? Das sind Verhaltensweisen, bei denen das aufgebrachte Ich, also der aggressive Ego-Modus, die alleinige Herrschaft über den Menschen hat. Dann sind Vernunft und Ethik in unserem Geist und unsere Psyche tatsächlich abgeschaltet, die Vernunft ist tatsächlich offline. Dieses Abschalten kann nach der heutigen Gehirnforschung einfach erklärt werden: Die Gehirn-Module der Steuerung von Vernunft, Planung und Ethik werden abgeschaltet und es wird Adrenalin ins Blut ausgeschüttet. Es dauert übrigens mindestens 10 bis 15 Minuten, bis das Adrenalin abgebaut ist. Erst dann können unser Vernunfts-Module im Gehirn wieder normal arbeiten und sie sind online. Erst dann sind Freundlichkeit und Empathie wieder im neuronalen Netz online zugeschaltet und kommen zum Zuge. Solange sollte man also warten.

Dieser Kampf-Modus war in den Frühzeiten der Menschheit (vor 1,5 Mill. Jahren !) bei sehr großen Gefahren und  bei Todesangst existentiell für das eigene Überleben. Er wird heute immer noch fälschlich als Helden-Modus besungen, aber das ist ein fast tragischer Irrtum. Vereinfacht gesagt: Wer im Kampf-Modus ist, handelt im aggressiven  Tier-Modus!

Also besonders wichtig: Gelassen bleiben und nicht selbst in den ungesteuerten Kampf-modus verfallen, auch nicht bei Beleidigungen und Aggressionen des anderen. Sie sagen sicher: Leichter gesagt als getan.

Dabei hat sich Buddhas zentrale Weisheit bewährt: Der Mittlere Weg und die Gelassenheit sind für das Zusammenleben und zum Wohlbefinden von zentraler Bedeutung. In den Grundlagen der Achtsamkeit sagt Buddha weiter: Ärger und Hass sind keine ewigen Phänomene, sie entstehen, dauern eine Weile an und vergehen dann wieder. Durch Meditation lernen wir, dass Ärger und Hass seltener entstehen und schneller wieder vergehen. Und den Kampfmodus braucht man in der heutigen Gesellschaft wirklich sehr selten. Dieser Modus ist im Straßenverkehr völlig sinnlos. Nutzen Sie den kontrollierten Kampfmodus lieber politisch für den Schutz unserer Natur und einer menschen-freundlichen Umwelt.

Der Kampfmodus ist nicht die wahre Natur des Menschen, sondern eine Konstruktion des Geistes und der Psyche, die heute auf der Straße gar nichts bringt und sogar gefährlich ist. Wie Buddha sagt: Er entspricht nicht der wahren Natur des Menschen. Denn der Mensch ist das sozialste aller Lebewesen auf diesem schönen Planeten.

Es fragt sich, welches Ich eigentlich verletzt und beleidigt wird? Ist es vielleicht ein Konstrukt ohne positive Wirksamkeit und nicht real? Ein solches absolutes Ich gibt es nach Buddha in der Wirklichkeit nicht. Die Beleidigungen und verbale Verletzungen des fiktiven Ichs, das nicht wirklich existiert, gehen also voll ins Leere. Die Aggressionen treffen in Wirklichkeit überhaupt Nichts, sie sind Schattenboxen und treffen Luftlöcher. Die Realität des Menschen besteht nach Buddha aus den fünf Komponenten des Menschen, den Skandhas, die in Wechselwirkung mit einander funktionieren. Aber es gibt keinen zentralen Ich-Kern, der Zielscheibe der Aggressionen und Beleidigungen sein könnte. Das ist die Leerheit des Ich-Kerns, nicht mehr und nicht weniger. Diese tiefe Wahrheit ist bei Aggressionen im Straßenverkehr besonders nützlich. Was ist der Kampfmodus? Ein Kampf gegen etwas, das es nicht existiert, das leer von der Fiktion einem solche Ich-Kerns ist.

Damit ergibt sich eine erstaunliche Tatsache: Ohne diesen Kampf-Modus ist unser Gehirn und unser Geist voll funktionsfähig. Dagegen ist ein ganz wichtiger Teil des Gehirns in diesem Kampf-Modus  abgeschaltet und  dadurch kann unser Geist gar nicht richtig funktionieren. In Buddhas Sprache heißt das: Wenn der Geist leer und ohne diesen Kampfmodus ist, handel der Mensch natürlich, im Gleichgewicht und mit voller Leistung. Damit ist die buddhistische Leerheit gut beschrieben. Oder vereinfacht: Ohne diesen Kampf-Modus kann sich wirklich die Erleuchtung des gesamten Körper-und-Geistes ereignen. Genau im Jetzt!

Wenn Sie also im Kampf-Modus angegriffen werden, reagieren Sie bitte nicht mit Ihrem eigenen Ich-Modus eines fiktiven Ego. Eine solches Ego und einen solchen Âtman gibt es gar nicht. So entgehen Sie der Ego-Falle. Denn der Ich-Âtman ist leer wie der Kampf-Modus: Sie können aber im Gleichgewicht und in Ihrer Mitte bleiben und ersparen sich dauernden Stress, viel Ärger und ungebremste Wut, die Ihnen selbst am meisten schaden. Wem denn sonst?

Dadurch stärken Sie gleichzeitig Ihr Immun-System, haben mehr Lebens-Power, Freude und sind weniger krank!