Freitag, 21. Januar 2011

Bodhidharma und Zazen

Nishijima Roshi sagt zur Praxis: „Zazen ist niemals eine Unterweisung mit Worten, sondern ist genau die tatsächliche Praxis.“




Die vor dem Eintreffen Bodhidharmas in China vorherrschenden theoretischen Lehren erzeugten mehr Verwirrung als Klarheit, sie widersprachen sich teilweise und waren sicher auch mit anderen philosophischen Aussagen, die zum Beispiel in der Tradition des großen chinesischen Weisen Laotse standen, vermischt. Aus den Schriften allein konnte man den Kern des Buddhismus also nicht erlernen, zumal sie nicht immer korrekt ins Chinesische übersetzt worden waren.

Dazu benötigte man einen wahren Lehrer aus einer authentischen Übertragungslinie, bei dem die buddhistische Lehre, die Zazen-Praxis und das tägliche Handeln im Umgang mit den Menschen, der Natur und den Dingen im Einklang und im Gleichgewicht waren. Nach Nishijima Roshis Überzeugung hatte deshalb



„Meister Bodhidharmas Reise nach China für den dortigen Buddhismus einen außerordentlich großen Wert und eine hohe Bedeutung und später wurde dies ein hervorragender wertvoller Beitrag für die Weltkultur.“



Dieser wahre und authentische Buddhismus wurde von Gautama Buddha an die großen Meister Mahākāshyapa, Nāgārjuna und Bodhidharma weitergegeben, von diesem an den großen sechsten Nachfolger im Dharma von China, Daikan Enō, und schließlich zu Tendō Nyojō und Meister Dōgen, dessen unschätzbares Verdienst die umfassende und vor allem authentische Dokumentation des Zen-Buddhismus ist. Dōgen hatte die große Hoffnung, dass in seiner Zeit in seinem Land Japan das Gleiche geschehen würde wie 600 Jahre zuvor in China.

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