Samstag, 10. Januar 2009

Aus dem Lotos-Sûtra nach Meister Dôgen


Daikan Enô (Hui Neng) erklärte dem Mönch Hotatsu die Kernaussagen des Lotos-Sûtra und des Buddha-Dharma überhaupt. Dieses Sûtra sei nämlich die umfassende Lehre und Weisheit von Gautama Buddha selbst, und sie werde auf verschiedenen Wegen und mit tiefgründigen Gleichnissen angesprochen, aufgedeckt, erklärt und verwirklicht. Dadurch könne man sich den Zugang zu dieser umfassenden Weisheit eröffnen.
„Du musst jetzt darauf vertrauen, dass Buddhas Weisheit einfach dein natürlicher Zustand des Geistes ist“,
sagte er zu dem Mönch. Dann fuhr Daikan Enō mit einem eigenen Gedicht fort:

„Wenn der Geist in Täuschung ist, dreht sich die Blume des Dharma (allein).
Wenn der Geist in der Verwirklichung ist, drehen wir selbst die Blume des Dharma.
Wenn wir nicht Klarheit über uns selbst haben, wird (das Sūtra) wegen seiner (großen) Bedeutung
(unser) Feind, ganz gleich, wie häufig wir es rezitieren.
Ohne (selbstsüchtige) Absicht ist der Geist wahrhaftig.
Mit (selbstsüchtiger) Absicht wird der Geist falsch.
Wenn wir dieses „mit und ohne“ (Absicht) überschreiten,
fahren wir ewig in dem weißen Ochsengespann.“

Meister Daikan Enō erläuterte dem Mönch vertieft das Wesentliche des Lotos-Sūtra, und sagte, dass die meisten Probleme durch die eigenen Vorstellungen und Fantasien entstehen, die nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen.

Gerade wenn man den Verstand und Intellekt bis zum Äußersten bemüht und damit immer weiter fortfährt, wird man sich vom wesentlichen Inhalt des Sūtra immer weiter entfernen.
Gautama Buddha gestattete seinen Zuhörern bei einer seiner berühmten Lehrreden, zum Beispiel ihren Platz zu verlassen und fortzugehen, wenn sie mit dem Gesagten nicht einverstanden waren. Dadurch drehte sich die Dharma-Blume ohne sie.
Es gibt nach Dōgen nur dieses eine authentische buddhistische Fahrzeug in der Gegenwart, und durch dieses Fahrzeug gelangt man zur Wirklichkeit. Die Wirklichkeit wiederum sei keine Vorstellung und kein Begriff, sondern der Schatz der Dharma-Blume selbst, der uns schon immer gehört. Das Sūtra der Blume des Dharma sei immer anwesend, von Zeitalter zu Zeitalter, vom Morgen bis zum Abend. Wir legen es niemals aus der Hand, es gibt überhaupt keine Zeit, in der wir es nicht lesen, denn es ist das Universum selbst.

In der obigen Geschichte erfuhr der Mönch Hotatsu plötzlich das große Erwachen und sprang vor Freude in die Höhe. Er verfasste spontan das folgende Gedicht:

„Dreitausend Mal (habe ich) das Sūtra rezitiert:
Vergessen durch einen Satz des Meisters vom (Berg) Sôkei.
Vor der Klärung der zentralen Bedeutung von (Buddhas) Erscheinen in der Welt:
Wie können wir verhindern, dass die sinnlosen Leben (immer) wiederkehren?
Ursprünglich sind wir Könige im Dharma.“

Mit diesem Gedicht erhielt der Mönch Hotatsu vom Meister die Bestätigung und Dharma-Übertragung und den Namen „Der sūtralesende Mönch“.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

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