Sonntag, 20. September 2020

Buddhas Gesang der großen ökologischen Verbundenheit

 

Buddhas Lehre ist ein großer Gesang der Verbundenheit mit der Gemeinschaft der Menschen und dem ganzen Universum. Was sagt Meister Dogen dazu? In einem berühmten Kapitel seines Shobogenzo heißt es, dass Buddha in der Meditation beim Aufleuchten des Morgensterns erkannte:

Die ganze Erde und alle Lebewesen verwirklichen zusammen die Wahrheit.“

 Ihm wurde plötzlich umfassend klar, dass er über das gewöhnliche unterscheidende Denken und die isolierende Wahrnehmung hinausgehen konnte. Dann war es möglich, diese Wahrheit und Wirklichkeit der Welt direkt zu erfahren und zu erleben. Das ist die große ökologische Verbundenheit, die manche Menschen heute leider vergessen haben. Das ist die Sehnsucht besonders der jungen Menschen, wenn sie den Raubtier-Kapitalismus der heutigen Großkonzerne und der verantwortungslose Macht-Eliten angreifen:  Das sind menschlich verkrüppelte Narzisten. Sie zerstören unsere ökologische Verbundenheit und unser Erwachen. Sie stecken fest in der Sackgasse des Ego-Materialismus und der sinnlosen Verschwendung!

So verstärken die scheinbar sozialen Netze unsere Einsamkeit, und die digitalen Konzerne verkaufen unsere persönlichen Daten an kapitalistische Gewinn-geile Firmen. Aber wir sollten uns erinnern und aufwachen: Zurück zur Natur und zur ökologischen Verbundenheit mit der Natur. Buddha war wohl der Erste, der diese Einheit mit der wunderbaren, dynamisch vernetzten Ökologie wirklich und tiefgreifend erkannt hat. Das hat der Westen vergessen, verdrängt und die Natur missbraucht. Buddha erkannte die große wunderbare ökologische Harmonie und Wechselwirkung von Menschen und Natur. Er sagte zu den Menschen: Meditiert bitte unter einem schützenden Baum, in der Harmonie des Waldes. Das ist der Gesang des "Großen Wir" mit der Natur.

 Durch das meditative Sitzen im Augenblick, also im Hier und Jetzt verlassen wir das verarmte dualistische Bewusstsein der Trennung von Ich und Du. Wir erfahren unser Leben im Einklang und in der Harmonie mit dem Universum, ganzheitlich und unmittelbar. Das geht natürlich über dualistisches Denken und Fühlen hinaus.

In der großen Lehrrede von den Grundlagen der Achtsamkeit beschreibt Buddha im Gegensatz dazu die fünf Hemmnisse des Erwachens.[i] Sie blockieren unsere Befreiung und Emanzipation und hemmen unsere Entfaltung. Wir sollten tatkräftig gegensteuern und die Hemmnisse wegbeamen. Welches sind sie?

- Auf oberflächlichen Genuss und Sinnlichkeit gerichtetes Wollen, z. B. durch materielle und sexuelle Gier

- Übelwollen gegenüber anderen Menschen. Das schafft Trennung, Isolation und überhaupt keine  Verbundenheit

- Erstarren und Trägsein ohne aktives Handel, also ohne Dynamik in der Gemeinschaft

-  Aufgeregtheit, Stress und Unruhe ohne inneres Gleichgewicht und ohne Gelassenheit

- Zerstörerische Zweifelsucht durch tiefgreifenden Pessimismus und Nihilismus, oft mit materieller Gier gekoppelt

 Diese Hindernisse und Blockaden versperren uns den Weg zum Erwachen: Sie kennzeichnen ein verengtes Spektrum menschlichen Handelns, Fühlens und Denkens. Buddha sagt zu seiner Sangha über die Achtsamkeit:

„Da weilt ein Mönch bei fünf Hemmnissen.“ Er würde dann erkennen, dass sie eigentlich leer sind. Und wenn er dies erkannt und überwunden hat, ist er "frei und haftet an nichts in der Welt". Frei für das Große Wir.

In der Gemeinschaft, der Verbundenheit mit der Natur und der Meditation befreien wir uns von diesen Hemmnissen: Fridays for Future.


[i] Gäng, Peter: Meditationstexte des Pali-Buddhismus I, S. 39ff.

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