Donnerstag, 16. August 2007

Was bedeutet der ewige Spiegel als Symbol der intuitiven Weisheit im Buddhismus? (Kokyô)


Im Shôbôgenzô wird in dem tiefgründigen und poetischen Kapitel "Der ewige Spiegel" (Kap. 20, Kokyô) vor allem durch berühmte Geschichten und Gleichnisse des Zen-Buddhismus ein ganzwesentlicher Bereich der buddhistischen Lehre ausgebreitet und erläutert.



Teich im Kloster von Kamakura

Schon lange vor dem Eintreffen des Buddhismus in Ostasien wurden den Spiegeln in Indien und in China ganz besondere Eigenschaften zugeschrieben und sie dienten als wichtige Gleichnisse. Sie sind Symbole der intuitiven und umfassenden Weisheit und des reinen Geistes der Menschen und sogar allgemein der Lebewesen. Dieser intuitive Geist überschreitet den kalkulierenden Verstand und die Intelligenz bei Weitem, die im Westen so sehr verehrt werden und auch so großartige Leistungen erbracht haben. Aber eine solche übertriebene Theorie des Verstandes ist einseitig und auch etwas lebensfremd.
Die damaligen Spiegel wurden in einem aufwendigen Arbeitsprozess hergestellt, indem zunächst eine dünne Platte aus Messing oder Bronze gegossen wurde, die dann in mehreren immer feiner werdenden Arbeitsgängen spiegelblank poliert werden musste, bis alle Unebenheiten verschwunden waren und man sich selbst im Spiegel selbst sehen konnte, was damals auf andere Weise kaum möglich war. Diesen Spiegeln wurde oft auch magische Kraft zugewiesen, um zum Beispiel die Vergangenheit und Gegenwart in aller Klarheit zu erkennen und dem Kaiser die nötige Weisheit zur Führung des Landes zu geben.
Dôgen beschreibt zunächst einen frühen buddhistischen indischen Meister, von dem gesagt wurde, dass er seit der Geburt einen Spiegel mit sich führt, der ihn bei allen Handlungen und Bewegungen des Tages und auch in der Nacht begleitet und als Symbol für die große intuitive Weisheit gilt, die bereits ein Kind haben kann. Anhand dieses Gleichnisses will Dôgen uns erklären, dass die intuitive Weisheit des Spiegels nicht angelerntes Wissen ist, und auch nicht intellektuelle Kombinationsfähigkeit, denn Kinder haben diese beiden Fähigkeiten noch gar nicht. Wer Kinder genau beobachtet ist in der Tat immer wieder erstaunt, wie verständig und offen sie für alles Neue sind und dass eine Überheblichkeit der Erwachsenen völlig unangebracht ist. Durch diesen Spiegel konnte der indische Meister als Kind die Gegenwart und die Vergangenheit vollkommen klar und transparent erkennen und, wie es immer in diesen Geschichten heißt, zeigt sich im Spiegel alles ohne jede Verzerrung, also ohne etwas wegzulassen und ohne etwas hinzu zu fantasieren. Diese intuitive klare Sicht ist genau die Weisheit, die auch im Zen-Buddhismus so hoch geschätzt wird und die es ermöglicht, die ganze umfassende Wirklichkeit so zu erkennen wie sie ist und sie nicht durch Fantasien, Hoffnungen, Theorien usw. zu verstellen, zu verkleinern oder zu vergrößern. Dieser große runde Spiegel der Buddhas hat keinen trüben Fleck und durch ihn können zwei Menschen im Buddha-Dharma dasselbe sehen, sie haben denselben Geist und ihre Augen sind vollkommen dieselben. Der Spiegel wird so zum Symbol dieser wirklichen Wahrheit, die jenseits von Wissen, Vernunft, Intelligenz, von Begriffen wie Essenz oder Form ist und er wird als Eigenschaft der Buddhas schlechthin bezeichnet. Wohlgemerkt werden Denken und schöpferische Fantasie im Buddhismus keineswegs gering geschätzt oder gar abgelehnt, es wird jedoch betont, dass damit nur ein Teil der Wirklichkeit erfasst werden kann.
Der große Zenmeister Daikan Enô wird im Buddhismus mit einem berühmten Gedicht hoch verehrt, das seine eigene Antwort auf eine damals übliche aber verengte Sicht des ewigen Spiegels war, und wie folgt lautet:

“Im Bodhi-Zustand gibt es keinen Baum. Der klare Spiegel braucht keinen Ständer. Eigentlich gibt es kein einziges Ding. Wo sollen Staub und Schmutz existieren?“

Was soll mit diesem bekannten buddhistischen Gedicht gesagt werden? Widerspricht es nicht der herkömmlichen Vorstellung, dass wir uns selbst wie einen Spiegel immer reinigen und polieren sollen, um die Erleuchtung zu erlangen? Der japanische Name Daikan bedeutet „Großer Spiegel“ und soll auf die umfassende buddhistische Weisheit des Geistes und des Handelns dieses Meisters hinweisen, der zu den herausragenden Persönlichkeiten des Zen-Buddhismus überhaupt gehört. Er konnte nicht lesen und nicht schreiben, hatte also keine gute Ausbildung im Sinne von Schulen und Universitäten, verfügte aber über eine große intuitive Kraft und Klarheit des Buddhismus. In dem Gedicht wird deutlich, dass der klare Spiegel über die materielle Sicht der Dinge hinausgeht und auch die Vorstellung des Bodhi-Baumes, unter dem Gautama Buddha einst Erleuchtung gefunden hatte, nicht so wichtig ist und eher vom intuitiven Geist des Hier und Jetzt ablenkt. Staub und Schmutz sind Bewertungen, die vom Menschen erzeugt werden und das großartige Universum, so wie es ist, nicht angemessen beschreiben, sondern eher durch Bewertungen verzerren. Meister Dôgen schätzte dieses Gedicht außerordentlich. Aber er warnt uns auch, das Ziel des Polierens des eigenen Spiegels nicht vordergründig abzulehnen und herabzusetzen, wenn sich darin der Wille zur Wahrheit offenbart.
Allerdings darf die Idee und Vorstellung eines Spiegels als Symbol für den intuitiven Geist nicht dazu führen, dass man sich in Abstraktionen, Bildern und Idealisierungen verliert. Der Zen-Buddhismus weist immer wieder darauf hin, dass man zum wirklichen Hier und Jetzt kommen muss, und dass nichts hinzu fantasiert und weggelassen werden darf. Deshalb sind z. B. Fragen, wo denn der Glanz eines Spiegels bleibt, wenn das Metall in eine Figur umgegossen wird, theoretischer abstrakter Natur und führen nicht weiter. Im Gegenteil, verirrt sich der Geist auf der Suche nach einer verstandesmäßigen Erklärung immer weiter und wird dabei klein und unsicher. Dann entwickelt sich der übliche intellektuelle Verstand, der zergliedert, bewertet, kritisiert, zweifelt und anderen Menschen sogar oft übel will.
Der Spiegel wird häufig im Buddha-Dharma so beschrieben, dass sich in ihm alles genau so spiegelt, wie es wirklich ist. Dies wird am Beispiel eines Fremden oder eines Chinesen erläutert, die sich jeweils genau als Fremder oder Chinese spiegeln. Dabei wird zwischen der äußeren, materiellen Form, die sich als bloße Erscheinung widerspiegelt, und dem wahren umfassenden Menschen unterschieden und nur dieser entspricht dem ewigen Spiegel, also dem intuitiven Geist in seiner ganzen Wirklichkeit und Unfassbarkeit.
Dôgen betont dabei, dass das Kommen und Gehen, also das Handeln im gegenwärtigen Augenblick, beim intuitiven Geist von zentraler Bedeutung ist, denn dieses ist das Erleben, Erfahren und Handeln im Hier und Jetzt. Wenn ein Fremder kommt oder geht, spiegelt sich dieser genau so wieder und wenn eine Chinese kommt oder geht, gilt dasselbe. Das Vorher und Nachher, also die lineare Zeit, haben insofern beim Spiegel aber keine Bedeutung, denn das wirkliche Erleben und die Wahrheit der Sein-Zeit gibt es nur im gegenwärtigen Augenblick. Dieser wird vom Spiegel ganz genau reflektiert.
In einem anderen berühmten Dialog zwischen zwei Zen-Meistern fragt der erste ältere:

"Was passiert, wenn plötzlich ein klarer Spiegel kommt?“,

also vor dem Spiegel erscheint und sich in ihm spiegelt. Vorher hatte er erläutert, dass sein eigenes Gesicht wie ein ewiger Spiegel sei, er also intuitive buddhistische Weisheit habe und dass ein Fremder bei ihm genau als Fremder und ein Chinese genau als Chinese erscheint, wenn sie kommen. Damit will er sagen, dass er die Wirklichkeit genau so sieht, wie sie ist. Der jüngere zweite Meister ist mit dieser Aussage jedoch nicht ganz zufrieden, denn er möchte noch stärker zwischen Vorstellung und Wirklichkeit unterscheiden. Er sagt daher als Antwort:

"In tausend Stücke zersprungen!"

Dies erscheint zunächst in der Tat unverständlich oder gar zerstörerisch. Warum zerbirst der ewige Spiegel in tausend Stücke, wenn vor ihm ein anderer Spiegel erscheint? Meister Nishijima deutet diese Aussage so, dass im konkreten Hier und Jetzt der ewige Spiegel auch eine Idee ist und so verstanden werden muss. Diese Idee hat aber in Bezug auf die Wahrheit und Wirklichkeit selbst keinen eigenständigen Bestand. So schön also das Gleichnis des ewigen Spiegels für den intuitiven Geist auch sei, so sehr muss man sich davon auch wieder lösen, um die volle Wirklichkeit und Wahrheit der Gegenwart zu erfahren und zu erfassen. Daher sagte der jüngere zweite Meister, dass der Spiegel als Gleichnis in tausend Stücke zerspringt, wenn er mit der Wirklichkeit selbst verglichen wird. Denn Gleichnisse und Worte können die Wirklichkeit des Buddha-Dharma immer nur teilweise beschreiben und dürfen nicht mit der Wirklichkeit selbst verwechselt werden. Worte dienen der Verständigung zwischen den Menschen und auch der Weitergabe der Lehre des Buddhismus. Sie sind wichtig und unverzichtbar in der menschlichen Kultur, aber sie haben auch ihre Grenzen und Gefahren. Im Zen-Buddhismus geht es daher darum, durch die Praxis, vor allem des Zazen, zur Wirklichkeit selbst durchzustoßen, die durch Worte zwar in einem gewissen Umfang beschrieben und vorbereitet aber nicht ersetzt werden kann. So sind Gleichnisse und das Symbol des ewigen Spiegels wie ein Fingerzeig auf den Mond, aber nicht die Wirklichkeit des Mondes selbst.
Dôgen stellt am Ende seiner Erläuterung zur Aussage: "In tausend Stücke zersprungen"
selbst die rhetorische Frage an den Meister dieser Koan-Geschichte:

“Hat er damit aber nur die materielle Sicht und Verständnisweise der Welt zum Ausdruck gebracht hat? Ist dies z. B. nur die materielle Wahrnehmung von Sand, Kieselsteinen, Zäunen oder Mauern?“

Dann hätte er in der Tat zwar die sehr abstrakte Sichtweise des ewigen Spiegels kritisiert, wäre aber selbst nicht über ein viel zu begrenztes Verständnis der äußeren Form und des Materialismus hinaus gekommen.
In einem anderen berühmten Gleichnis begegnen zwei große alte Meister einer Herde Affen, und der eine sagt.

„Auch die Affen tragen den ewigen Spiegel auf dem Rücken.“

Diese doch recht eigenartige Aussage soll sicher im Kern bedeuten, dass auch Tiere, also andere Lebewesen als der Mensch, die intuitive Weisheit besitzen, auch wenn sie nicht reden und nicht schreiben können und auch keinen Verstand wie wir Menschen haben.
Man kann den Sinn dieses Verses auch so deuten, dass er die vollständige Übereinstimmung des Universums mit unserem Handeln im gegenwärtigen Augenblick ausdrückt. Der Buddhismus sagt in aller Klarheit, dass unser Handeln im gegenwärtigen Augenblick stattfindet und dass es keine Trennung von Subjekt und Objekt gibt, wenn man vom wirklichen Erfahren und Erleben ausgeht. In der obigen Aussage zu den Affen wird zu dem die hohe Wertschätzung im Buddhismus deutlich, die allen Lebewesen ohne Unterschied entgegen gebracht wird. Haben wir nicht oft bei Tieren den Eindruck, dass sie an einer höheren intuitiven Weisheit teilhaben? Diese Geschichte sagt also gerade nicht, dass der menschliche Verstand in jeder Hinsicht einzigartig und allem überlegen ist und dass der Mensch daher den Tieren grundsätzlich überlegen ist. Sondern im Gegenteil: die intuitiven Fähigkeiten der Affen werden mit dem ewigen Spiegel in Verbindung gebracht. In diesem Kapitel über die intuitive Weisheit werden auch andere Lebewesen wie Hunde einbezogen und nicht abgegrenzt.
Dôgen sagt in seinen Gleichnissen also zusammenfassend, dass ein Kind, ein Meister, der nicht schreiben und nicht lesen kann und die Affen den ewigen Spiegel besitzen. Damit will er sagen, dass erlerntes Wissen und Schärfe des Verstandes nicht das Wesentliche der intuitiven Weisheit sind. Er warnt davor, voreilig und unbedarft „schöne“ Begriffe zu verwenden und diese mit der intuitiven Weisheit selbst zu verwechseln, da immer die Gefahr besteht, dass die Worte und Begriffe sich verselbstständigen und ein ungutes Eigenleben in der Kommunikation entwickeln. Dies bringt uns eventuell nicht zur Wirklichkeit und Wahrheit, sondern führt uns von ihr weiter weg. Gleichwohl hält er Fragen und Antworten zum Buddha-Dharma für außerordentlich wichtig, wenn man sich dieser Grenzen und Möglichkeiten bewusst ist. Denn ohne Fragen bleibt vieles ungeklärt und kommt nicht aus der Beliebigkeit heraus. Dabei schätzt er das gütige Verhalten der buddhistischen Meister auch bei dummen oder sogar unverschämten Fragen, denn die Meister lassen sich nicht provozieren und es liegt ihnen fern, den Fragenden trotz seines eventuell ungebührlichen Verhaltens zu erniedrigen und abzustrafen.
In einem andern berühmten Koan-Gespräch sagt der große chinesische Meister Seppô:

"Wenn die Welt zehn Fuß breit ist, ist der ewige Spiegel zehn Fuß breit und wenn die Welt einen Fuß breit ist, ist der ewige Spiegel einen Fuß breit".

Mit dieser Aussage wird davor gewarnt, den ewigen Spiegel als etwas Imaginäres, Unendliches und Fantastisches zu sehen, sondern dass er mit der realen Welt eine Einheit ist, in der wir leben. Auch die nur materielle Sicht des ewigen Spiegels, wie z.B. als einer für die damalige Zeit ungewöhnlich dünnen Metallplatte, greift zu kurz. Dôgen drückt dies wie folgt aus:

"Der ewige Spiegel ist nämlich (auch) jedes einzelne Ding und Ereignis in der Länge und Breite dieser leuchtend klaren (Welt) und dies unabhängig davon, ob ein Fremder oder ein Chinese kommt und erscheint".


Am Ende dieses tiefgründigen und wichtigen Kapitels gibt Dôgen die berühmte Koan-Geschichte vom Polieren eines Ziegels wieder: Der alte Meister Nangaku besuchte seinen hervorragenden Schüler Baso, der später selbst ein berühmter Zen-Meister wurde, als dieser in einer einfachen Hütte unter oft widrigen Bedingungen etwa zehn Jahre lang praktizierte. Er fragte den Schüler, was er denn gerade macht und dieser antwortete:
"In diesen Tagen mache ich nichts anderes als Zazen".
Daraufhin fragte der Meister:
"Was beabsichtigst du damit"?
und der Schüler antwortete:
"Ich beabsichtige, durch Zazen ein Buddha zu werden".
Darauf nahm der Meister einen Ziegel und schliff und rieb ihn an dem dortigen Felsen. Als der Schüler dies sah, fragte er verwundert, was der Meister denn da tut. Und dieser antwortete:
"Ich poliere einen Ziegel".
Der Schüler benutzte dieselbe Formulierung wie vorher der Meister und sagte:
"Was beabsichtigst du damit?"
Und der Meister antwortete:
"Ich poliere ihn, um einen Spiegel daraus zu machen".
Der Schüler Baso sagte dann:
"Wie kannst du durch das Polieren eines Ziegels einen Spiegel erzeugen?"
Der Meister antwortete mit einer Gegenfrage:
"Wie kann Zazen dich zu einem Buddha machen?"
Dôgen warnt uns bei der Untersuchung dieses berühmten Koan-Gespräches zunächst, sich mit einfachen und schnellen Antworten zufrieden zu geben, weil er den großen Wert dieses Gesprächs zweier herausragender Meister zur Lehre des Buddha-Dharma außerordentlich hoch schätzt. In der Tat hat diese Koan-Geschichte eine große Kraft im Buddhismus entwickelt und hat sie auch heute noch.
Durch das direkte Handeln ohne viele Worte wollte der Meister seinem hervorragenden Schüler zur intuitiven Klarheit verhelfen. Der Sinn dieses Koans liegt vor allem darin, dass sowohl beim Zazen als auch beim Polieren des Ziegels das Ergebnis überhaupt nicht maßgeblich ist, sondern der Vorgang und das Tun selbst. Ohne ausdauerndes Zazen ist es unmöglich, den Buddhismus ganzheitlich mit Körper und Geist zu begreifen. Das Handeln im Zazen wird nachhaltig gestört, wenn man mit aller Anspannung des Willens das Ziel der Erleuchtung anstrebt, denn das Zazen-Sitzen selbst bedeutet nichts anderes, als dass man die erste Erleuchtung erfährt und damit Buddha ist. Man darf aber nicht vergessen, dass der Schüler hier mit aller Intensität und Eindeutigkeit Zazen praktiziert und dass er zum Zeitpunkt dieses Gesprächs schon einen weiten Weg im Buddhismus gegangen ist. Durch Zazen erfährt man also den ewigen Spiegel, der als Symbol der geistigen Intuition zu verstehen ist. Dôgen sagt, dass es dasselbe ist, einen Spiegel zu erzeugen und ein Buddha zu werden. Durch das Handeln und Praktizieren entsteht der ewige Spiegel, also die intuitive Klarheit des Geistes und dies kann auch durch das Schleifen eines Ziegels geschehen. Genau dies hat sich auch dann bei dem Schüler ereignet, denn ihm ist schlagartig klar geworden, dass die Zazen-Praxis selbst das wesentliche Handeln ist und genau dies ist der ewigen Spiegel. So kann man sagen, dass der Ziegel durch den Meister Nangaku zum Spiegel geworden ist und dass dadurch die Menschen zu Buddha werden. Wenn wir die Ziegel nur als gebrannte Tonklumpen ansehen, gilt sicher auch, dass wir die Menschen nur als Tonklumpen erfahren. Dôgen beschließt dieses Kapitel wie folgt:

"Wer aber kann wirklich erkennen, dass es einen Spiegel gibt, in dem ein Spiegel erscheint, wenn ein Ziegel kommt. Und wer kann wirklich erkennen, dass es einen Spiegel gibt, in dem ein Spiegel erscheint, wenn ein Spiegel kommt? "

Der erste Satz bezieht sich wie in der obigen Geschichte dargestellt darauf, dass bei dem Schüler durch das Polieren des Ziegels die intuitive Weisheit, also der Spiegel, entstanden ist. Den zweiten Satz könnte man so deuten, dass es sehr selten vorkommt, dass einem intuitiv klaren Geist ein anderer gleich klarer Geist wie der ewige Spiegel begegnet und dass sich beide als solche erkennen.










Weitere Informationen:









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