Samstag, 29. September 2007

Die Entwicklung jenseits von Erleuchtung und Buddha



Meister Dôgen beschreibt in diesem Kapitel "Die Weiterentwicklung jenseits von Buddha" (Kap. 28, Butsu kojo nu ji), dass ein erwachter Mensch, der also die Erleuchtung erlangt hat, sich dauernd weiterentwickelt und nicht stehen bleibt. Er versucht nicht, den Zustand eines Erleuchteten statisch aufrechtzuerhalten, sondern praktiziert und handelt weiter, sodass er sich damit laufend fort entwickelt. Dôgen verwendet dabei den Begriff des Buddhas auch für die großen alten Meister in China, er ist also nicht auf Gautama Buddha oder die legendären alten indischen Buddhas beschränkt. Er spricht häufig von einem ewigen Buddha, wenn er die großen Meister wie Nâgârjuna, Bodhidharma, Daikan Enô, Seppo, Gensa oder Tendô Nyojô meint. Dôgen verehrte diese großen Meister sehr, er sah allerdings bei ihnen durchaus Unterschiede und hinterfragte oder kritisierte z. T. sogar ihr Verständnis des Buddha-Dharma. Der Zustand eines Buddha ist in dauerndem Wandel begriffen und ist alles andere als statisch und fixiert.

Die großen Meister entwickeln sich so immer weiter, und dabei ist es nach Dôgen unbedingt notwendig, laufend die buddhistische Übungspraxis also vor allem Zazen fortzusetzen und das eigene Handeln in immer bessere Übereinstimmung mit der Moral des Buddhismus zu bringen. Wenn man heute hört, dass ein selbst ernannter Meister verkündet, dass er keine buddhistische Übungspraxis mehr machen müsse, so ist dies ein sicheres Zeichen, dass er kein wahrer Meister ist, sondern dies nur vorgibt. Die erste Erleuchtung ereignet sich nach Nishijima Roshi bei der Zazen-Praxis selbst und er wird nicht müde zu lehren, dass man an jedem Tag zweimal Zazen praktizieren soll. Die asiatische hierarchische Rolle eines Meisters verführt eventuell zur Selbstgerechtigkeit und Überheblichkeit und dies wird von einer oft sogar zur Schau gestellten Unterwürfigkeit der Schüler noch verstärkt. Dabei werden gerne schwer verständliche Begriffe wie Leerheit, Erleuchtung, Überwindung des Dualismus usw. verwendet, um sich selbst den Glanz eines Meisters zu geben. Ein wahrer Buddha nach Dôgen handelt dagegen einfach, unkompliziert, offen und mitfühlend gegenüber jedem Menschen, ohne sich sonderlich von ihm abzugrenzen und auf ein „Podest zu stellen“. So setzt ein wahrer Meister sein einfaches Leben im Alltag fort, als ob nichts Besonderes geschehen sei.

Es werden viele Geschichten im Zen-Buddhismus berichtet, wo der Meister und Abt eines Klosters für einen unerfahrenen Dritten überhaupt nicht erkennbar war, weil er ganz normal mitarbeitete. Die Erleuchtung ist nach Nishijima Roshi ein Leben des Mittleren Weges im Gleichgewicht und zwar vor allem in der Balance des vegetativen Nervensystems. Es ist also keinesfalls nur ein Gleichgewicht des isoliert gedachten Geistes, sondern des ganzen Menschen. Nachdem diese großen Meister und Buddhas die Wahrheit erlangt haben, leben sie also einfach und fast unauffällig weiter. Sie handeln je im gegenwärtigen Augenblick und im Hier und Jetzt und dies bezeichnet Dôgen als Menschen der „Weiterentwicklung jenseits von Buddha“.

Dogen berichtet die folgende Geschichte: Ein großer alter Meister sagte in einer Dharmarede:

"Wenn ihr die Weiterentwicklung jenseits von Buddha ganz und gar mit dem Körper erfahren habt, seid ihr wirklich in der Lage ein wenig zu sprechen".
Ein Mönch aus der Zuhörerschaft hatte offensichtlich großartige und romantische Vorstellungen vom Zustand der Erleuchtung und fragte daher:

"Wie ist dieses Sprechen?"
Um den Mönch zurückzuholen in die Wirklichkeit, sagte der Meister:

"Wenn du Mönch zum Beispiel redest, kannst du nicht zuhören".

Der Mönch war natürlich verblüfft über diese Antwort und fragte weiter:

"Hört der Meister selbst, während er spricht oder nicht?"

Der Meister sagte darauf trocken:

"Wenn ich nicht rede, dann höre ich zu".

Sicher hatte der Mönch wunderbare fantasievolle Vorstellungen vom Zustand des Erwachens und der Erleuchtung, den er ja selbst erreichen wollte und dachte, dass dann das Leben einen völlig neuen Glanz erhält und dass ganz großartige neue übernatürliche Fähigkeiten bei ihm entstehen würden, die er vorher überhaupt noch nicht ahnte und kannte. Vermutlich meinte er auch, dass man als ein großer erleuchteter Meister und Buddha gleichzeitig reden und hören kann, vielleicht sogar, dass man beim Reden ohne die Worte des anderen zu hören in übernatürlicher Weise versteht, was sie reden wollen. Der Meister sagte ihm daher nüchtern, dass man immer das, was man gerade tut, mit ganzem Herzen, also mit Körper und Geist tun soll. Wenn man redet, soll man wahrhaftig und treffend reden, um das Wichtige an die anderen klar zu übermitteln. Wenn man dagegen zuhört, sollte man dies auch mit ganzer Aufmerksamkeit und mit dem ganzen Körper und Geist tun.

Das einfache Handeln des Sprechens und Hörens setzt sich also nach dem großen Erwachen und dem Erlangen der Wahrheit des Buddhismus jeweils einfach fort. Es wird eher noch einfacher und unmittelbarer als vorher und dabei ist dem Meister bewusst, dass auch die Sprache ihre Grenzen hat und nicht alles ausdrücken kann. Dôgen sagt hierzu:

„Denkt daran: wenn ihr sprecht, (gibt es nur das Handeln des Sprechens als solches), deshalb wird es weder vom Hören noch vom Nicht-Hören verunreinigt, denn (wahres) Sprechen ist jenseits von Hören oder Nicht-Hören“

Beim wahren Sprechen entsteht dann eine neue Verbindung aller Beteiligten, so dass man zwischen Subjekt und Objekt nicht mehr trennen kann. Es geht auch nicht darum, dass jeweils einer sich durch seinen Beitrag hervortut, und man kann auch nicht von Geben und Nehmen der Informationen sprechen, etwa so als ob ein Sprechender einen "Informations-Gegenstand" an den Zuhörer übergibt. Wir würden heute sagen, dass dies die wesentlichen Merkmale einer wirklichen Kommunikation sind, die lebendig je im Augenblick alle Anwesenden erfasst und damit dynamisches Neuland erschließt. Dabei wird ein neues lebendes soziales System erzeugt, das über die Individuen hinausgeht und nicht auf sie reduziert werden kann. Genau dies ist die Entwicklung jenseits von Erleuchtung und Buddha. Ein auf sich selbst bezogener Gedanke "ich bin jetzt jenseits von Buddha" wäre dabei natürlich sehr hinderlich und würde die lebendige Kraft des Gesprächs zerstören. Ein solcher Gedanke würde sich wie eine Milchglas-Scheibe zwischen die Menschen schieben und ein wahres Gespräch verhindern. Im Zustand jenseits von Buddha verwirklicht sich das wahre Sprechen, das die individuelle Person übersteigt, so dass man sagen kann, dieses wahre Sprechen ist der Zustand jenseits von Buddha.

Der Buddhismus baut auf dem Handeln auf und dieses Handeln selbst wird als Wirklichkeit verstanden und erlebt, so dass Begriffe wie der Zustand jenseits von Buddha oder auch die Vorstellung eines Menschen nur Abstraktionen sind, die aus dem Handeln im Hier und Jetzt gerade herausführen können. Einem „Element“ des Handelns im Hier und Jetzt wird also die Qualität der Wirklichkeit zuerkannt, während Zustände, Gegenstände und Personen abstrakte Vorstellungen sind, die zwar im Einklang mit dem Handeln sein können, aber nicht das selbe sein müssen. So ist das Handeln des Sprechens je im Augenblick niemals das Hören. Wir können dies so ausdrücken, dass der wahre Zustand jenseits von Buddha nach der obigen Geschichte das Reden des Meisters selbst ist und dies kann nicht gleichzeitig mit seinem Zuhören bestehen. Weiterhin wird dann das Handeln des Sprechens nicht vom Hören gestört oder wie Dôgen dies ausdrückt, ist das Sprechen "weder vom Hören noch vom Nicht-Hören verunreinigt". Damit spricht er auch die Moral der Menschen im Vortrag oder Dialog an.

Die Formulierung „Hören und Nicht-Hören“ bei Dôgen deutet an, dass eine derartige Unterscheidung im Bereich des Verstandes und der Begriffe anzusiedeln wäre und damit ebenfalls eine viel zu hohe Abstraktions-Ebene wirksam ist. Das Sprechen ist in Wirklichkeit in sich verwoben und vernetzt, weil die einzelnen Worte ihren Sinn erst im Zusammenhang ergeben, denn ein Wort, das von anderen Worten isoliert ist, macht natürlich beim Sprechen keinen Sinn. Dann handelt es sich nur um sinnlose Geräusche. Die Worte beziehen sich so lebendig aufeinander und ergeben das, was Dôgen den Zustand jenseits von Buddha nennt. Sie sind dann eine wahre Dharma-Rede eines großen Meisters. Es ist auch unsinnig anzunehmen, dass ein solcher Meister von seiner eigenen Rede beeindruckt ist und dass er seiner eigenen Rede ergriffen lauscht. Die Rede steht für sich selbst, nicht mehr und nicht weniger.

Der Meister wartet während seiner Rede auch nicht darauf, dass er bald selbst zuhören kann, denn dies würde seine Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt ausdünnen: er tut dasjenige ganz und wirklich , was er gerade tut. Er bewertet auch nicht, ob es besser oder schlechter sei, zu reden oder zu hören, sondern er handelt unmittelbar. Es hat auch keinen Sinn zweifelnd darüber nachzudenken, ob das Reden beendet werden soll, um danach lieber zuzuhören. Reden und Zuhören haben jeweils ihren eigenen Stellenwert und ereignen sich je im Augenblick. Es wäre auch abstrakt zu denken, dass sich das Zuhören sozusagen in der Rede verbirgt, so als ob es bereits vorhanden wäre, aber noch nicht von außen erkannt werden kann oder will. Es leuchtet unmittelbar ein, dass dies nur eine Gedanken-Konstruktion wäre und beim wahren Reden nicht weiter führt sondern hindert. Wenn man spricht, erfährt man dies mit dem ganzen Körper, und wenn man dann aufgehört hat zu reden und zuhört, erfährt man dies ebenfalls mit dem ganzen Körper. Das Handeln des Redens und Sprechens ist die Grundlage der buddhistischen Wirklichkeit und ist der Zustand jenseits von Erleuchtung und Buddha und geht in einem erweiterten intuitiven Bewusstsein vor sich.
Dôgen zitiert dann den großen Meister Tôsan, welcher der zweite Nachfolger von Meister Daikan Enô in seiner Linie ist, der schlicht lehrte:

"Ihr sollt wissen, dass es Menschen im Zustand der Weiterentwicklung von Buddha gibt."

Er meinte damit keinen abstrakten und verehrungswürdigen Lehrinhalt eines Buddha oder großen Meisters, sondern die Entwicklung als Handeln selbst, und zwar Handeln in der Zazen-Praxis, im Alltag, im Denken, im Reden, im Zuhören usw. Daher antworteten auch verschiedene folgende Meister auf die Fragen der Mönche, was ein Mensch jenseits von Buddha eigentlich sei, scheinbar widersprüchlich:

"Er ist kein Buddha".
Man kann ihn nicht benennen oder mit Worten beschreiben: Deshalb sagen wir, dass er nicht (Buddha) ist."
„Er ist nicht (wie ein) Buddha“ oder
"Wenn wir mit geschickten Hilfsmitteln lehren, nennen wir ihn Buddha."

Diese Aussagen machen deutlich, dass es um das Handeln in der Wirklichkeit selbst geht, das natürlich und wie selbstverständlich fortgesetzt wird, auch wenn man den Zustand eines Buddha oder eines großen Meisters und damit die Wahrheit erlangt hat. Dôgen bedauert in diesem Zusammenhang, dass es in den verschiedenen Linien des Buddhismus auch große Meister gegeben hat, die diesen Zusammenhang nicht klar erkannt hätten. Man müsse den Zustand jenseits von Buddha auch mit dem Körper, mit dem ganzen Menschen, also handelnd erleben, um wie es heißt, "ein wenig zu sprechen." Ein Meister sollte sich also der Begrenztheit der sprachlichen Möglichkeiten zwar bewusst sein, wenn er den Dharma lehrt, aber wenn er im Zustand jenseits von Buddha redet, ist es möglich, wirklich zu sprechen.

Die Praxis und Erfahrung dieser Menschen ist immer ganz real und auf das Hier und Jetzt bezogen. Das kraftvolle Handeln, das dann möglich wird, gewinnt dabei auch etwas Spielerisches oder Leichtes und löst sich daher aus Verkrampfung und Starrheit. Es ist nicht eigensinnig und ich-bezogen, sondern fügt sich in die gesamte Umgebung und Umstände harmonisch ein. Man sollte unbedingt wissen, dass es solche Menschen wirklich gibt und sich gleichzeitig davor hüten, sie verkrampft und verbissen zu suchen, um sie zu finden. Dann sind Bezeichnungen wie „Buddha“ oder „Erleuchtung“ überflüssig, so dass man genau so gut "kein Buddha" sagen kann; denn er ist ein natürlicher Mensch mit zwei Beinen, der wie alle auf der realen Erde geht und sich vollständig von einengenden Ideen und Bildern, wie ein Buddha sein soll, befreit hat.
Eine andere berühmte und oft falsch verstandene Zen-Geschichte berichtet von einem großen Meister, der einen Menschen, der sich jenseits von Buddha entwickelt, wie folgt beschrieb und seine Mönche entsprechend befragte:

"Es ist ein großer Mensch (der jenseits des Guten und Bösen ist und) der keinen Samen der Buddhanatur besitzt. Wenn er einen Buddha trifft, tötet er ihn. Wenn er einen Vorfahren im Dharma trifft, tötet er ihn. Kein Himmel könnte ihn aufnehmen und sogar die Hölle hätte kein Tor, um ihn einzulassen. Kennt ihr einen solchen Menschen oder nicht?“

Dann entstand eine kleine Pause und der Meister fügte dann hinzu:

"Der Mensch, der vor euch steht, ist nicht besonders klug, er schläft viel und redet eine Menge im Schlaf."

Was bedeutet ein solcher fast brutaler Zen-Spruch nun wirklich? Ist damit gemeint, dass man den wahren lebenden Buddha töten muss, um frei zu werden und um sich weiter zu entwickeln? Das kann es wohl nicht sein.
Dogen erläutert dazu, dass sich ein solcher Mensch aus der Abhängigkeit von seinen sechs Sinnen befreit hat. Seine Augen zeigen an, dass er nicht von Leidenschaften und ungesteuerten Emotionen bewegt und getrieben wird. Er hat die fantastischen Bilder eines goldenen Buddhas hinter sich gelassen, denn diese sind letztlich nur Bilder und nicht die Wirklichkeit des buddhistischen Lebens. Genauso hat er die negativen Sichten eines „Schlammbuddha“ verlassen, und sein Buddha ist einfach aus Holz geschnitzt, wie dies häufig in China anzutreffen war.

Seinen Geist hat er in der buddhistischen Praxis viele Jahre lang geschult und geklärt, so dass er einem „alten zerbrochenen Holzlöffel“ gleicht, der viele Jahre lang benutzt wurde. So hat er die Vorstellungen und Bilder von Buddha getötet, aber ist ihnen nicht zuletzt dadurch als der großen Wahrheit unmittelbar begegnet. Genauso sind ihm Vorstellungen von Himmel und Hölle fremd, und wenn es sie gäbe, würde er selbst dort gar keine Aufnahme finden, weil er nicht „hinein passt“. Er ist auch nicht überragend intelligent und kann kein großartiges Wissen aufweisen. So steht er einfach da und lächelt und lebt sein natürliches Leben mit den anderen.
Aber er hat ein umfassendes tiefes Verständnis der Berge und der ganzen Erde, und sie sind ihm vertraut und ans Herz gewachsen. Dôgen formuliert dies folgendermaßen:

"Sein ganzer Juwel- und Steinkörper ist in hundert Stücke zersprungen."

Diese zunächst eigenartige Formulierung, die ähnlich wie in dem Kapitel zum ewigen Spiegel formuliert ist, bedeutet, dass alle fantastischen juwelenartigen aber nicht wirklichen Bilder und Vorstellungen zersprungen sind, genau so wie die der gewöhnlichen Bilder aus Steinen, die keine Edelsteine sind. Damit werden von Dôgen die traumhaften ideellen und auch die einfachen materiellen Bereiche des Lebens überschritten.
Dôgen beschäftigt sich dann mit der Bedeutung der Namen eines Menschen und stellt fest, dass die üblichen Familiennamen, an die wir uns gewöhnt haben, bei der Entwicklung jenseits von Buddha keine Bedeutung mehr haben. Man mag an diesen Namen hängen oder nicht und man hat sich an sie gewöhnt oder nicht, aber zur Frage des Standes jenseits von Buddha ist alles dies ohne Bedeutung. Ob man also seinen bürgerlichen Namen weiterhin verwendet oder nicht, hält Dôgen für unwichtig. Wir wissen ja, dass viele Buddhisten an ihrem Dharma-Namen so sehr hängen. Dôgen würde sie dabei nicht unterstützen.

Eigentlich kann man das Handeln jenseits des Zustandes von Buddha von einem einzelnen individuellen Menschen ganz ablösen und spricht dann besser von einem Weg der Weiterentwicklung. Diesen Weg findet man vor allem bei der buddhistischen Übungspraxis und letztlich kann er nicht von einem Heiligen auf einen anderen übertragen werden. Dieser „Weg“ überschreitet die Möglichkeiten ihrer Weisheit und Heiligkeit.
In dem Zustand der Entwicklung jenseits von Buddha gibt es nicht mehr die Trennung von Subjekt und Objekt, von außen und innen, von der „Spitze eines Stockes und der Sonne“ sowie des Mondes.
Ein anderer Meister sagte zu diesem Thema:

"Der weite Himmel behindert nicht das Vorüberziehen der weißen Wolken."

Er versucht in einer poetischen Formulierung die Freiheit und Friedlichkeit des Handelns jenseits der Erleuchtung zu beschreiben. Behinderungen beim Handeln sind dann überwunden und alles fügt sich harmonisch in den Gesamtzusammenhang ein. Dabei werden keine ehrgeizigen Ziele verfolgt, keine Positionen erkämpft oder verteidigt, dabei wird nicht behauptet, dass man selbst den Buddhismus besser verstünde und in ihm tiefer verankert sei als jemand anders, sondern es ist dasselbe, als wenn weiße Wolken am Himmel ziehen.
Dôgen erinnert dann an ältere Meister des Zen-Buddhismus, die den Zustand der Entwicklung jenseits von Buddha noch nicht kannten und daher auch nicht lehren konnten. Er zitiert dem gegenüber einen kundigen Meister, der zu den Mönchen in diesem Zusammenhang sagte:

"Wenn ihr zu den Anhängern einer Religion geht und diesen wesentlichen Punkt (des Zustandes jenseits von Buddha) kennt und begreift, könnt ihr zweifellos das Falsche vom Wahren unterscheiden. Ein ´Etwas´ wird von einem wahren Meister auf den Schüler übertragen und dieser kann es selbst als Meister lehren und weiter geben. Es ist der Schatz des wahren Dharma und der ´wunderbare Geist des Nirvana´. Obgleich jeder von uns es in sich hat, kennt man es zunächst noch nicht“.

Dôgen bedauert, dass auch große Meister das Handeln als Weiterentwicklung jenseits von Buddha nicht oder nicht klar genug erkannt hatten und legt besonders großen Wert auf diesen Teil der Buddhalehre. Ein großer Buddha geht also immer weiter in seiner Entwicklung, er praktiziert, lehrt und bleibt nicht stehen oder verharrt schon gar nicht in einer noch so angesehenen „spirituellen Position“. Dôgen spricht sogar davon, dass dies

"der wichtigste Punkt (im Buddhismus) ist, den ihr erfahren und erforschen müsst."

Eine solche Weiterentwicklung umfasst den ganzen Menschen und damit auch seinen Körper.

Weitere Informationen:

Was ist das große Erwachen oder die Erleuchtung ?




1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

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