Dienstag, 15. Dezember 2020

Mit ZEN deine Probleme im Beruf meistern


Manchmal werde ich nach meinem Beruf gefragt. Jetzt ist mein Beruf seit fast zwei Jahrzehnten Zen und Buddhismus, Theorie und Praxis.. Ich war früher Informatiker. Zunächst war ich in der IT-Industrie tätig und habe dort IT-Systeme entwickelt, also Computersysteme und Datenbanken. Es war die Pionierzeit, man konnte die Systeme nicht einfach herunterladen, sondern musste sie selbst planen, entwickeln und einführen. Aber dadurch lernte man sehr viel mehr über die Leistungen und Grenzen der Systeme. Denn es war wirklich für uns  die Pionierzeit der Informations-Technik, Mit seinen Möglichkeit und Grenzen.

Unter anderem war ich im Bundesministerium für Forschung und Technologie tätig und habe dort deren Systeme entwickelt. Mich bewegte die Frage, wie man die hohe lebende Intelligenz der Mitarbeiter des Ministeriums mit der neuen Computer-Intelligenz zusammenbringen konnte. Es ging also um Lernprozesse in der Zeit mit der neuen Computer-Technik. Da ich noch ziemlich neu in der IT-Praxis war, hatte ich den Nachteil, dass ich noch wenig programmiert hatte und die wenigen vorhandenen Programmsysteme noch nicht gut kannte. So bin ich ziemlich unvorbereitet mit der künstlichen Intelligenz in Berührung gekommen. Ich habe versucht herauszufinden, was der Unterschied zwischen Computer-Intelligenz und menschlicher Klugheit ist. Dazu waren vor allem Schnittstellen und deren Funktionalitäten wichtig: Auf der einen Seite verschiedene Benutzergruppen und auf der anderen Seite die damaligen noch recht eingeschränkten Funktionalitäten der Maschinen. Dabei bin ich immer mehr in diese Fragen und Möglichkeiten des Buddhismus hineingekommen. Wie das?

Ein wichtiges Problem muss ich dazu erklären: Ich hatte im Ministerium auf hoher Ebene eine Aufgabe bekommen, die eigentlich zu schwer für mich war. Daher litt ich als junger Informatiker unter bösen Versagensängste. Und konnte nicht schlafen und so weiter, diese üblichen bösen Geschichten: Man ist nervös und kann sich nicht konzentrieren. Wie es im Leistungssport heißt: Man kann nicht einmal seine normalen Leistungen abrufen. Tagsüber versucht man so einigermaßen über die Runden zu kommen. Nachts kann man nicht schlafen. Und man muss die eigenen Leistungen für die anstehenden Aufgaben noch steigern. Aber wie!?

Dann habe ich ein neues amerikanisches Buch zum Zen entdeckt, wo beschrieben wird, wie man meditiert, Zazen heißt das. Und das habe ich auch wirklich durchgezogen, morgens und abends. Es muss gar nicht so lange sein, mit einer bestimmte Sitzhaltung, geradem Rücke, usw., eigentlich relativ einfach.

Dadurch wird der Kopf klar und man gewinnt wieder Vertrauen zu sich selbst. Und das Wesentliche war damals, dass ich gute Leute für das Team gefunden habe. Ich war also offen auch für andere. Dabei habe ich einen fast genialer Programmierer entdeckt und für die Zusammenarbeit gewinnen können. Der konnte viel besser programmieren als ich.

Und dann haben wir eben ein kleines Team gebildet und richtig gute Systeme entwickelt. Wir sind ganz neue Wege bei der Benutzer-Freundlichkeit gegangen. Diese Systeme waren dann mehrere Jahre die wichtigsten für alle Bundesministerien und wurden viel benutzt. Dadurch konnte ich meinen Start als IT-Mann positiv durchziehen und habe richtig gute Erfahrungen gesammelt. So hat mir die Zen-Praxis aus einer gefährlichen Situation heraus geholfen. Ich wollte damals ja nicht als Verlierer vom Platz gehen. Wer will das schon?!

Und wenn es mir später schlecht ging, habe ich die Meditations-Praxis verstärkt. Also keine Wohlfühl-Meditation, wenn es einem sowieso gut geht. So bin ich beim Zen und Buddhismus geblieben. Alles andere wäre wirklich Unsinn gewesen.

Weiter lesen:Die Sein-Zeit bei Dogen

Keine Kommentare: