Donnerstag, 7. Dezember 2017

Buddha: spirituelle Gleichheit der Frau


Buddha handelte im alten Indien geradezu revolutionär: Für ihn war es selbstverständlich, dass Frauen genau die gleichen Potentiale und Fähigkeiten haben, um die spirituelle volle menschliche Umwandlung also die Transformation der gesamten Persönlichkeit zu verwirklichen wie Männer. Frauen und Männer haben das selbe Potential zur Erleuchtung.

Ich bin manchmal verwundert, dass es nicht in allen buddhistischen Gruppen selbstverständlich ist, dass Frauen alle Aufgaben und Funktionen übernehmen können, sondern spirituell benachteiligt werden. Es soll sogar buddhistische Gruppen geben, in denen Führungsfunktionen den Männern vorbehalten sind. Oder schlimmer noch, dass die Frauen durch sexuelle Dienste der Erleuchtung der Männer gerecht werden sollen. Sie würden das nur nicht erkennen, weil sie nicht erleuchtet seien.

Der bekannte buddhistische Wissenschaftler D. J. Kalupahana sagt: "In der Tat, Buddhismus war die erste religiöse Tradition, die die Fähigkeiten der Frau anerkannte, den höchsten spirituellen Zustand zu erlangen wie Männer"[1]. Buddha hat sich selbst einbezogen, wie auch jeder, der es ihm gleich tat. Durch eigenartige interessenbezogene Legenden und Organisationsformen versuchten manche religiöse männliche Eliten, diese Tatsachen zu verwischen und sogar ins Gegenteil zu verkehren. Buddhas damalige Sangha stand allen Frauen selbstverständlich und gleichberechtigt offen. Und jeder Mann und jede Frau können in diesem Leben Erleuchtung erlangen. Übrigens unterstreicht Zen-Meister Dogen Buddhas Klarstellung zur Spiritualität der Frau mit der für ihn typischen Deutlichkeit!

Buddha war auch strikt gegen das unethische Kastenwesen der damaligen Gesellschaft. Aus jeder Kaste konnten Männer und Frauen völlig gleichberechtigt in seine Sangha eintreten. Die damalige Religion hatte demgegenüber durchsetzen können, dass die Einteilung in die Kasten göttliche absolute Wahrheit sei und durch die absoluten wahren heiligen Schriften der Veden und Upanishaden gesichert werde. Diese Wahrheiten seien ewig, unveränderlich und dürften niemals angetastet werden. Durch die Behauptung dieser absoluten Göttlichkeit wurde die schreiende soziale und politische Ungerechtigkeit verborgen.

Das alles wischte Buddha selbstverständlich beiseite.

Die großen Veränderungen in der damaligen Gesellschaft durch Buddha konnten sich u. a. durch diese beide fundamentalen Neuerungen durchsetzen.





[1] David J. Kalupahana: A History of Buddhist Philosophy, Continuities and Dicontinuities, S.27 f.

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