Donnerstag, 17. Oktober 2019

Meditation, die kosmische Energie des wahren Selbst



Zen-Meister Deshimaru sagt zur Zen-Meditation:[1]

"Das Ich verschwindet, wenn es dem Kosmos folgt, der Kosmos zerfällt wenn er dem Ich folgt. Wenn wir uns (beim Zazen) auf unsere Haltung und die Atmung konzentrieren, können wir unser Bewusstsein, das Bewusstsein unseres kleinen Ichs, aufgeben Das bringt uns in Übereinstimmung mit der kosmischen Ordnung. So vollzieht sich die Harmonisierung von Ich und Kosmos außerhalb des bewussten Willens" Ein kosmisches Zen sollte als Buddha-Zen bezeichnet werden."

Nach meiner Erfahrung aus vielen Jahrzehnte der Meditation mit der Methode des Zazen und deren positiver langfristiger Wirkung, kann ich Zazen nur als natürliches Wunder bezeichnen. Deshimaru spricht vom kosmischen Zen.

Und dieses natürliche Wunder ist tatsächlich Realität, also keine Selbst-Täuschung und keine Illusion. Es ist ein Wunder der Verwirklichung des wahren Selbst von Körper-Gefühlen-und-Geist. In einer Zeit zunehmender Aggression, zunehmenden Frust und dauerndem Stress kann man wirklich auf diese Meditation bauen. Zazen ist heute mehr de je wichtig zum Überleben!

Zen-Meister Dogen beschreibt die Eckpunkte des Zazen im ersten Kapitel der Suche nach der Wahrheit, Bendōwa, seines großen Werkes Shobogenzo und vertieft diese Thema im weiteren Teile seines Werkes[2]. Er hatte Zazen erst in China kennengelernt und geübt und dadurch das große Wunder der Erleuchtung selbst erfahren. Das wurde von seinem Meister offiziell bestätigt. Dieses erste Kapitel haben als mit "Suche nach der Wahrheit" bezeichnet, und zwar nicht nach einer abstrakten und abgehobenen intellektueller Wahrheit, sondern nach der Wahrheit unseres eigenen ganz konkreten Lebens

Dieses erste Kapitel beinhaltet ein Gespräch über die Praxis des Zazen, die ganz wesentlich für den Weg des Buddha-Dharma zur Befreiung von geistigen und körperlichen Verkrampfungen und zum Erwachen ist. Es steht am Anfang des vierbändigen Werkes Shōbōgenzō, das aus 95 Kapiteln besteht. Dôgen hat dieses Aussagen nicht zufällig an den Anfang seines umfassenden Werkes des Zen-Buddhismus gestellt

Die Praxis des Zazen ist nach Dōgen das „Tor des Friedens und der Freude zum Dharma“ und löst Hindernisse und Blockaden des Denkens und Fühlens auf. Körper und Geist sind in unserem normalen, ungeschulten Bewusstsein eng mit der Vorstellung und Fixierung auf ein Ich verbunden. Diese Ich fühlt sich mehr den je bedroht, es ist auf sich selbst konzentriert und will meist irgendetwas unbedingt haben oder abwehren. Das sind im Buddhismus Gier und Hass, zwei von den drei Giften des Lebens. Und heute gibt es die Epidemie der digitale Informations-Sucht, die den Menschen zum Zombie macht. Zazen kann uns zurück zum Gleichgewicht, zur Ruhe und zum Selbstvertrauen bringen. Es ist eine sehr wirkungsvolle Methode. Der Lehre Buddhas zufolge liegen in der Sucht und Gier viele Ursachen für das Leiden des Geistes der Psyche und  Körpers.






[1] Shinjinmei, Meister Sôsan, übersetzt von Taisen Deshimaru-Rôshi, S. 101, Kristkeitz Verlag
[2] Shobogenzo, Die Schatzkammer des wahren Dharmaauges, deutsche Fassung, , Kristkeitz Verlag, S. 27 ff.

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Mit Achtsamkeit gegen Anhaftung



Achtsamkeit ist heute in aller Munde. Daher lohnt es sich, die authentischen Aussagen Buddhas zu befragen. Im Sutta "Grundlagen der Achtsamkeit" fasst er in erstaunlich kurzer Form ganz Fundamentales zusammen:

„Ein Körper ist da, so ist seine Achtsamkeit gegenwärtig. Soweit es eben dem Wissen dient, soweit es der Achtsamkeit dient. Unabhängig lebt er und haftet an nichts in der Welt.“[i]

Achtsamkeit ist die genaue unverstellte Selbstbeobachtung von Körper, Gefühlen, Geist und geistigen Gegebenheiten, also den Dingen und Phänomenen. Achtsamkeit ist wie ein Kompass zur eigenen Befreiung, denn die allgemeinen buddhistischen Wahrheiten sind Hilfen und ersetzen nicht den eigenen Weg der Befreiung. Das gilt für alles Gesagte und Geschriebene, also gerade wenn die Lehren von anderen übermittelt. werden. Wer nicht versucht, sich selbst unverzerrt genau zu beobachtet, kann seine eigene Befreiung nicht erkennen und schon gar nicht steuern. Achtsamkeit erfordert daher auch Mut, die eigener Baustellen und Unwahrheiten möglichst genau zu sehen. Und jeder hat ja solche eigenen Baustellen. Denn:

Reden ist Silber, Handeln ist Gold!

 Das gilt im Buddhismus für alle Lebensbereiche, denn Erbauung, Empörung oder Resignation reichen nicht. Das ist zu wenig. Wenn nach Buddha ein Mönch oder ein anderer Mensch die Achtsamkeit in der Gegenwart, also im Augenblick, übt und praktiziert, dient dies dem Wissen über seine eigene Wahrheit. Damit ist auch gemeint, dass scheinbar wunderbare Spekulationen und Illusionen für den Befreiungsweg wenig sinnvoll und hilfreich sind.

Beim Wissen geht es darum, wie wir Erleuchtung erlangen und unser eigenes individuelles Leiden überwinden und nicht um intellektuelles Wissen und auswendig Gelerntes.

Außerdem heißt es, dass alles der Achtsamkeit selbst dienen soll, indem wir uns klar machen, dass „ein Körper da ist“, wir also eine möglichst unverzerrte und direkte Verbindung zur Wirklichkeit des Körpers haben. Das gilt, ob wir diese Wirklichkeit nun absolut vollständig erfassen können, was ich persönlich nicht für möglich halte, oder nicht. Aber wir können so das Wissen der Wirklichkeit zur eigenen Befreiung und Weiterentwicklung verlässlich aufbauen und vervollständigen. Dabei hilft uns der Buddhismus.

Der zentrale Satz im Zitat lautet
„Unabhängig lebt er und haftet an nichts in der Welt.“

Damit ist unsere Entwicklung präzise charakterisiert: Wie nämlich jeder Mensch die Abhängigkeiten, und Fixierungen, das Übelwollen, Suchtverhalten, die Gier, den Hass und Neid erkennt und überwindet. Er kommt damit auf den Mittleren Weg zur Befreiung und zu einem zufriedenen Leben, in dem er seine nahezu unerschöpflichen Möglichkeiten erkennt und seine Potenziale entwickelt. Das beweist auch die moderne Gehirnforschung und Neuro-Wissenschaft. Also: ohne Achtsamkeit und Selbst-Beobachtung keine Lebensfreude und Entwicklung.




[i] Gäng, Peter: Medeitationstexte des Pali-Buddhismus, Bd. I

Samstag, 28. September 2019

Handeln im Jetzt: Klarheit, Power und Entscheidungskraft

(Von Zen-Meister G. W. Nishijima)


Große Erfahrungen und überhaupt das wahre Erleben im Hier und Jetzt finden genau im gegenwärtigen Augenblick statt. Dies hat im Buddha-Dharma eine sehr große Bedeutung, weil wir im gegenwärtigen Augenblick die Wirklichkeit und die Wahrheit selbst erleben und erfahren. Auch das Handeln findet im gegenwärtigen Augenblick statt. Wann denn sonst? Können Sie in der Vergangenheit oder in der Zukunft real handeln?? Sicher nicht. Und so ist es auch ganzheitlich in unserem Leben. Die Augenblicklichkeit des Lebens und des Universums stehen in der Lehre und in der Praxis des Buddhismus im Mittelpunkt. Das Handeln im Augenblick bei der Zazen-Praxis ist mit der ersten Erleuchtung identisch und bedeutet, dass wir den Bodhi-Geist[i] erwecken.

Dōgen sagt hierzu:
„Wer auf des Tathagatas (Buddhas) Schatzkammer des wahren Dharma-Auges und den wunderbaren Geist des Nirvana vertraut, glaubt auch an den Grundsatz der Augenblicklichkeit des Erscheinens und Vergehens aller Dinge.“

Eine solche intuitive Weisheit und Klarsicht übersteigt bei Weitem das übliche verstandesmäßige Denken und intellektuelle Ideen, seien sie auch noch so anspruchsvoll, komplex und scharfsinnig. Diese intuitive Weisheit und die volle Gegenwart und Freiheit des Handelns werden im Buddhismus gelehrt und praktiziert. Dann können wir sagen, dass es uns dann wie „Schuppen von den Augen fällt“ und wir im Einklang mit der Welt und dem Universum handeln und leben.

Wir können uns dann selbst erkennen, wie wir wirklich sind und werden. Dann handeln wir ohne Zögern und Hemmnisse unmittelbar, ethisch richtig und entschieden, so wie es die Situation gerade erfordert.

Wie ich an anderer Stelle ausgeführt habe, ist die westliche europäische Philosophie am Endpunkt der alten Kontroverse von Idealismus und Materialismus angelangt und sucht nach neuen Wegen, die nach meinem Verständnis von den großen Meistern des Buddhismus bereits gegangen worden sind. Beispielhaft (für das westliche Verständnis) möchte ich  das Werk des deutschen Philosophen Martin Heidegger „Sein und Zeit“ nennen. Das Handeln im gegenwärtigen Augenblick ist demgegenüber zugleich die Wahrheit und Wirklichkeit, es vollzieht sich hier und jetzt. E

Handeln und Tun ereignen sich in der Ganzheit von Subjekt und Objekt sowie von Körper und Geist. Dadurch werden wir frei und haben ein erfülltes und freudiges Leben. Dies ist die Überwindung des Leidens.

Es ist sicher unbestritten, dass Ethik und Moral im Buddhismus von fundamentaler Bedeutung sind und dass vor allem die Übereinstimmung von Reden, Denken und Handeln gelehrt und erlernt wird.[ii] Hierbei ist die Praxis des Zazen genauso wichtig wie das alltägliche Handeln (Flow) auf dem Buddha-Weg. Aber auch die buddhistische Lehre, die im Shōbōgenzō von Meister Dōgen formuliert wurde, ist unverzichtbar.

Zazen ist die reinste Form des Handelns, und indem wir physisch im halben oder ganzen Lotossitz mit aufrechter Wirbelsäule sitzen, kommt das vegetative Nervensystem automatisch ins Gleichgewicht und zur Ruhe. Dieses geistige und körperliche Gleichgewicht gibt uns Kraft und Gelassenheit, es macht uns handlungsfähig und gesund. Es übersteigt das verstandesmäßige Denken oder die irritierenden Gefühle sowie die Genusssucht. Dieses Gleichgewicht ermöglicht intuitive Klarheit, Weisheit und Entscheidungskraft. Der Buddhismus ist die Verbindung von Lehre und Praxis, und er umfasst das ganze menschliche Leben und Universum




[i] Dōgen: Shōbōgenzō. Die Schatzkammer des wahren Dharma-Auges (deutsche Übersetzung), Bd. 3, S. 312ff.
[ii] Dōgen: Shōbōgenzō. Die Schatzkammer des wahren Dharma-Auges (deutsche Übersetzung), Bd. 1, S. 121ff.

Dienstag, 17. September 2019

Ursachen auf unserem Weg zum Glück und Klima geht uns alle an


(Von G. W. Nishijima, aus meinem Buch "Sternstunden des Buddhismus")




Das Gesetz von Ursache und Wirkung hat im Buddhismus eine zentrale Bedeutung für uns selbst und für andere. Und auch Zen-Meister Dōgen bekennt sich zu dieser Wahrheit. In dem Shōbōgenzō-Kapitel „Tiefes Vertrauen in das Gesetz von Ursache und Wirkung“ kommt dies in aller Klarheit zum Ausdruck.[i]

Diese fundamentale Gesetz legt den Schwerpunkt auf die Verantwortung für das eigene Handeln. Es betrifft zunächst die Lebensphilosophie des Materiellen und der Naturwissenschaft, die im Buddha-Dharma als Teilwirklichkeit geschätzt und anerkannt wird. Auch Meister Dōgen beschreibt in verschiedenen Kapiteln die physische Welt und, wie wir heute sagen würden, die Gesetze der Naturwissenschaft. Der große Wissenszuwachs der modernen Zeit ist ja nicht zuletzt in diesem Bereich entstanden und steht keinesfalls im Gegensatz zur buddhistischen Lehre.
Besonders deutlich wird dies in den Kapiteln des Shōbōgenzō „Das verwirklichte Leben und Universum“, „Das ganze Universum ist eine leuchtende Perle“[ii] und „Die Stimmen des Tales und die Form der Berge“[iii].



Das Gesetz von Ursache und Wirkung gilt im Buddha-Dharma jedoch auch für geistige und emotionale Zusammenhänge und nicht zuletzt für die Ethik und Moral des menschlichen Lebens. Es besagt, dass moralisch schlechte Taten unweigerlich auf den Urheber zurückschlagen, und zwar nach meiner festen Überzeugung noch in diesem Leben. Umgekehrt gilt dies auch für ethisch gutes Handeln, denn uns selbst kommt der „Nutzen“ daraus zugute und wir entkommen dem Leiden.

Das Gesetz von Ursache und Wirkung erklärt die Zusammenhänge im Zeitablauf oder, wie wir sagen, mit dem Verständnis der linearen Zeit. Dies wird auch von Meister Dōgen im Shōbōgenzō beschrieben. Aus dem Gesetz von Ursache und Wirkung gibt es keine Ausnahme. Es macht großen Sinn, wenn wir uns allem die positiven Wirkungen unserer guten Taten für andere Menschen klar zu machen und danach zu handeln. Und beim Handeln sind wir unmittelbar im Augenblick, hier und jetzt.

Yudos Kommentar: "Unser Glück und ein sinnvolles Leben haben wir zu großen Teilen in der Hand. Probleme wird es im immer wieder Leben geben. Aber wie wir unnötiges Leiden vermeiden, das können wir selbst steuern. Und dann verschwinden viele Probleme und deren Leiden. Buddha lehrt heilsames Denken, Handeln und Fühlen zu entwickeln und unheilsames zu vermindern oder besser ganz zu vermeiden. Damit wir das können, brauchen wir Klarheit und Erfahrungen, um das Heilsame entstehen zu lassen und das Unheilsame auszuschalten. Wir dürfen uns nicht von Gier steuern lassen. Deshalb sind die Ursachen für unser Handeln, Denken und Fühlen so außerordentlich wichtig!

Und weiter zur fatalen Schädigung der natürlichen Umwelt-Systeme und der verantwortungslosen Umwelt-Kriminalität: Wichtig ist die Vermeidung. Das Verursacher-Prinzip muss außerdem die Grundlage der Umweltpolitik sein. Die Jugend hat recht: Wer die Umwelt schädigt, muss zur Verantwortung gezogen werden, muss die Schädigung beenden und den Schaden wieder gut machen. Zum Beispiel der unglaubliche  Abgas-Betrug der Autoindustrie, alle haben dabei verloren. Für solche Ziele des Umweltschutzes habe ich fast 30 Jahre gearbeitet. Klima geht uns alle an und Mut zum Umweltschutz: machen Sie mit!"







[i] Dōgen: Shōbōgenzō. Die Schatzkammer des wahren Dharma-Auges (deutsche Übersetzung), Bd. 4, S. 237ff.
[ii] Dōgen: Shōbōgenzō. Die Schatzkammer des wahren Dharma-Auges (deutsche Übersetzung), Bd. 1, S. 62ff.
[iii] ebd., S. 108ff.

Montag, 9. September 2019

Der Schlüssel zu Dogens Meister-Werk Shobogenzo


(Von G. W. Nishijima, aus "Sternstunden des Buddhismus")



"Wir haben einen Schlüssel, um Meister Dōgens Shōbōgenzō wirklich zu verstehen und nicht an scheinbaren Widersprüchen und Paradoxien zu verzweifeln. Dieser Schlüssel erschließt besser den großen Wert dieses Werkes. Ich habe ihn im Laufe meines langen Lebens entwickelt und immer mehr verfeinert. Es handelt sich dabei um die umfassende Lehre der sogenannten vier Sichtweisen oder Lebensphilosophien, die Meister Dōgen in dem Kapitel „Das verwirklichte Leben und Universum“ (Genjō-kōan) beschreibt.[i]

Die volle Wirklichkeit des Lebens und der Welt sind danach weder durch den intellektuellen Verstand noch durch die sinnliche Wahrnehmung allein ganz und vollständig zu erfassen. Denn beide ermöglichen nur Teilsichten und Teilwahrheiten, die durch ihre Einseitigkeit als umfassende Philosophien letztlich für das praktische Leben ungeeignet sind. Sie führen daher zwangsläufig zu verschiedenen Formen des Leidens führen.

Die beiden ersten Lebensphilosophien sind die im Westen vorherrschenden Lehren des Idealismus und Materialismus, des Denkens und der Materie. Gautama Buddha und Meister Dōgen zufolge muss als dritter Bereich das Handeln und Erfahren im gegenwärtigen Augenblick, also im Hier und Jetzt, hinzukommen. Dann können wir die enge Perspektive des Subjekts überschreiten und uns dadurch wesentlich befreien. Bei der Zazen-Praxis und im Alltag eröffnet sich durch das direkte Handeln im Hier und Jetzt eine neue Wirklichkeit, die zum Kern der buddhistischen Lehre gehört.

Die vierte umfassende Lebensphilosophie des Buddhismus ist das Erwachen oder die Erleuchtung, also die Befreiung. Sie enthält integrierend auch die drei ersten genannten Teilbereiche. Das Erwachen geht aber über diese Bereiche hinaus und bildet den „Schlussstein“ des buddhistischen Lehrgebäudes und der Praxis. Wenn die umfassende buddhistische Lehre im Einklang mit der Zazen-Praxis und dem täglichen Handeln steht, nenne ich das die zweite Erleuchtung. Meister Dōgen formuliert dies im Kapitel Genjō-kōan wie folgt:

„Selbst wenn dies alles so ist, fallen die Blüten, während sie geliebt werden, und wuchert das Unkraut, während es nicht geliebt wird.“[ii]


Siehst Du die dritte Katze? Anklicken: Was sie wohl meint.

Damit will er sagen, dass wir über unsere kleinen Wünsche, Hoffnungen, Ängste und Erwartungen, an die wir uns klammern, hinausgehen müssen. Wir müssen sie als solche erkennen und ihnen die einengende Kraft nehmen, um zur Wahrheit des Buddha-Dharma und des Lebens zu gelangen. Denn diese wirkliche Welt ist so, wie sie ist: rein, ohne Bedauern, kraftvoll und voller Dynamik. Warum sollten wir ihr entfliehen? Ich bin der festen Überzeugung, dass wir mit den vier Lebensphilosophien den Schlüssel für die Lehren Gautama Buddhas und Meister Dōgens in der Hand halten und das großartige Werk Shōbōgenzō damit erschließen können."





[i] Sternstunden des Buddhismus, S. 57ff.
[ii] ebd., S. 311ff.